Ribbeck und die Kirche

  • Im Jahre 1237 wurde erstmalig ein Henricus de Ritbeke urkundlich erwähnt.
  • Erst im Jahre 1335 findet das Dorf Ribbeck unter dem Namen „Ridbek“ Erwähnung.
  • Im Landbuch Kaiser Karls IV., im Jahre Jahre 1375 findet man eine umfassende Beschreibung der herrschenden rechtlichen und finanziellen Verhältnisse in der Mark Brandenburg. Dabei wurde die Familie von Ribbeck mit gleichnamigen Rittersitz erwähnt. Allerdings hatte auch die Adelsfamilie Bardeleben bis zum Jahre 1831 Anteile am Dorf Ribbeck. Die Familie Ribbeck übte zur damaligen Zeit einen großen Teil der Gerichtshoheit aus und verfügte über die daraus herrührenden Einkünfte, sowie über die Spanndienste der Bauern. Außer einer Unterbrechung in der Zeit von 1412-1513, in welcher das halbe Obergericht in der Hand einer anderen Adelsfamilie lag, behielt die Familie von Ribbeck die Gerichtsbarkeit bis in das 20. Jhd. hinein.
  • In der zweiten Hälfte des 13. Jhd. wurde die Kirche erbaut.
  • 1722 wurde der Grundbau im Stile des Barock umgebaut.
  • Im Jahre 1887 wurde das Kirchengebäude nach Osten hin um 6 Meter verlängert und erhielt die Korbbogenfenster. Im Norden und Süden wurde die Kirche mit zweigeschossige Anbauten versehen. Unter dem südlichen Anbau befindet sich die tonnengewölbte Gruft der Familie von Ribbeck.

In ebendieser Zeit erhielt der Innenraum der Kirche seine ornamentale Ausmalung. Das Kirchenschiff wurde mir einer Apsis abgeschlossen.

Die Schlusssteine der Portal- und Fensterfaschen sind mit Christusköpfen und Palmwedeln verziert. Die westliche Vorhalle mit dem Walmdach zeigt Christus als Schlusssteinzier über dem Korbbogenportal.

Der Westturm trägt eine barocke welsche Schweifhaube mit angeschlossener achteckiger Laterne.

An der Turmnordwand befindet sich ein barocker Grabstein mit zwei kleinen Engelsköpfen, sogenannten Putten.

  • Anfang des 20. Jhd. stiftete Pfarrer Boelcke das Halbrundfenster in der Apsis. Es zeigt eine Dornenkrone mit Blüten.

Zu dieser Zeit gab es vielfarbige wappengeschmückte Glasfenster in der Kirche, die leider nicht mehr erhalten sind.

  • Im Jahre 1978 wurde das Dach der Kirche neu eingedeckt.
  • Ab 1985 begannen zahlreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten an der Kirche. So wurden die Kirchenbänke entfernt und durch Stühle ersetzt. Von der Ausstattung des 19. Jhd. blieb die hölzerne Kanzel erhalten.

Die Restaurierung erfolgte in neoklassizistischer Fassung von 1887. Vorbild war die damalige Schinkelschule.

Der Birnbaum in Ribbeck 

 

In ganz Deutschland wurde das Dorf Ribbeck durch Theodor Fontanes (1819-1898) Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" (1889) bekannt.

Fontane greift in seinem Gedicht eine volkstümliche Überlieferung auf: aus dem Grabe des Herrn von Ribbeck (Hans-Georg von Ribbeck, 1689-1759) wächst ein Birnbaum heraus und trägt nach Jahren reiche Früchte.

Bei der Grablegung hatte man dem Herrn von Ribbeck eine Birne in den Sarg gelegt, so war es der letzte Wunsch von Hans-Georg von Ribbeck gewesen.

Wenn die Kinder über den Kirchhof liefen, flüsterte es aus dem Baum: "Lütt Dirn, kumm man röwer, ik gew di `ne Birn."

Der Birnbaum des Fontanegedichtes fiel einem Sturm, im Jahre 1911 zum Opfer. Ein Teil des Baumstammes ist heute in der Ribbecker Kirche am Treppenaufgang zu besichtigen.

Im Jahre 2000 wurde in Erinnerung an Fontanes Gedicht ein Birnbaum neben der Kirche angepflanzt.